DER ANGRIFF
Pointe du Hoc und Omaha Beach: Wo die Kämpfe am härtesten waren
Der Klippensturm und das „blutige Omaha“ – was hier geschah und was heute noch davon zu sehen ist.
Entdecken Sie Tagestouren in die Normandie auf GetYourGuide ↗Die Klippen von Pointe du Hoc
Zwischen Utah und Omaha stand auf etwa dreißig Meter hohen Klippen eine deutsche Batterie – fast senkrecht, direkt aus dem Meer aufragend. Am Morgen des 6. Juni erklommen rund 225 US-Ranger unter Lieutenant Colonel James Rudder diese Klippen unter Beschuss, um Geschütze zu zerstören, die beide amerikanischen Strände unter Feuer nehmen konnten. Es war eine Mission von außergewöhnlicher Gefahr: Als zwei Tage später Entsatz eintraf, waren nur noch etwa 90 der 225 Männer kampffähig. Das Gelände ist fast exakt so erhalten, wie die Schlacht es hinterlassen hat – und ein Gang darüber ist die unmittelbarste Begegnung mit dem Sturm, die dieser Tag zu bieten hat.
Der von Kratern zerfurchte Boden
Pointe du Hoc ist heute eine Mondlandschaft. Tiefe Bombenkrater übersäen die Klippenkuppe, zerschmetterte Betonkasematten und Bunker stehen offen zu Himmel und Meer; man kann hinabsteigen und über das zerklüftete Gelände laufen. Anders als die Strände, die Zeit und Gezeiten wieder in Ruhe geglättet haben, sieht Pointe du Hoc noch immer wie ein Schlachtfeld aus. Es ist oft der physisch eindrucksvollste Halt des gesamten Tages – gerade weil der Boden selbst die Erinnerung trägt.
„Blutiges Omaha“
Omaha war der verlustreichste der fünf Strände. Die US-1. und 29. Infanteriedivision landeten unter konzentriertem Feuer von den Anhöhen; die Kompanie A des 116. Infanterieregiments verlor in den ersten Wellen fast neun von zehn Männern, und am Ende des Tages gab es rund 2.400 amerikanische Opfer – mehr als an jedem anderen Strand. Etwa 34.000 Mann waren bis zum Einbruch der Dunkelheit hier an Land gegangen. Der Name „Blutiges Omaha“ wurde an einem einzigen Morgen auf diesem Sand verdient.
Der Strand heute und „Les Braves“
Was die meisten Besucher verstört, ist, wie friedlich Omaha heute wirkt – ein weiter, schöner, offener Strand, auf dem Familien spazieren gehen und die Gezeiten kommen und gehen. Wenn man dort steht, ist das Geschehen von 1944 unsichtbar – genau deshalb ist ein Guide so wichtig. Auf dem Sand von Saint-Laurent-sur-Mer steht „Les Braves“, eine monumentale Edelstahl-Skulptur der französischen Künstlerin Anilore Banon, geschaffen zum 60. Jahrestag im Jahr 2004: drei große Flügel – der Hoffnung, der Freiheit, der Brüderlichkeit – die sich vom Strand erheben, zu Ehren der Männer, die hier landeten.